Zwischen zwei Kontinenten: Landwirtschaftliche Produktion zwischen Deutschland und dem Río de la Plata
Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Agrarsektor in Südamerika hat sich Martín als verlässlicher Ansprechpartner für europäische Investoren etabliert, die ihre Tätigkeit außerhalb Europas ausweiten möchten. Seine Erfahrung, insbesondere in Argentinien und zuletzt in Uruguay, ermöglicht ihm eine präzise Einschätzung der Produktionspotenziale und strukturellen Herausforderungen der Region.
Frage 1
Martín, nach mehr als 30 Jahren im Agrarsektor in Südamerika: Warum ist Uruguay heute besonders interessant für europäische Landwirte?
Antwort:
Uruguay bietet etwas, das in vielen europäischen Ländern zunehmend schwer zu finden ist: Stabilität und langfristige Planbarkeit. Für landwirtschaftliche Betriebe ist das entscheidend. Es gibt Rechtssicherheit, klare Rahmenbedingungen und ein Umfeld, das Investitionen ohne abrupte Veränderungen ermöglicht.
Frage 2
Wie würden Sie die Produktionsbedingungen in Uruguay im Vergleich zu Europa einschätzen?
Antwort:
Uruguay verfügt über sehr gute natürliche Voraussetzungen, sowohl für Ackerbau als auch für Viehhaltung. In bestimmten Regionen sind die Böden äußerst leistungsfähig, und das Klima ermöglicht stabile Produktionszyklen. Zudem stehen Flächen in einer Größenordnung zur Verfügung, die in Europa kaum noch realisierbar ist.
Frage 3
Welche Betriebsmodelle sind derzeit besonders interessant für landwirtschaftliche Investoren?
Antwort:
Vor allem Ackerbaubetriebe mit guten Bonitäten und klar strukturierten Pachtmodellen. Darüber hinaus sind kombinierte Ackerbau- und Viehbetriebe sehr interessant, da sie eine Risikodiversifizierung ermöglichen. Für viele europäische Landwirte ist genau diese Kombination besonders attraktiv.
Frage 4
Welche unternehmerischen Vorteile bietet Uruguay?
Antwort:
Uruguay ist ein sehr gut strukturiertes Land. Es gibt Zugang zu internationalen Märkten, eine funktionierende Logistik – insbesondere über Häfen wie Nueva Palmira – sowie ein transparentes Steuersystem. Darüber hinaus genießt das Land international einen sehr guten Ruf als Lebensmittelproduzent.
Frage 5
Im Rahmen der Generationennachfolge: Welche Rolle spielen Martina und Ezequiel bei der Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Argentinien und Uruguay?
Antwort:
Sie spielen eine zentrale Rolle. Martina und Ezequiel stehen nicht nur für die Kontinuität eines Familienunternehmens, sondern auch für dessen Weiterentwicklung. Beide verbinden fachliches Know-how mit unternehmerischem Denken und einer hohen Einsatzbereitschaft, wodurch sie die Betriebe modern und professionell führen.
Gleichzeitig gelingt es ihnen, die langjährige Erfahrung mit neuen Managementansätzen zu kombinieren und so Effizienz, Struktur und Ergebnisorientierung weiter zu stärken. Gemeinsam mit der Familie schaffen sie eine stabile Grundlage für die Zukunft – mit klarer langfristiger Ausrichtung und einem Fokus auf stabile Länder wie Uruguay, in denen unter verlässlichen Bedingungen gearbeitet werden kann.
Für mich ist es sehr beruhigend zu sehen, dass die nächste Generation den eingeschlagenen Weg nicht nur fortsetzt, sondern aktiv weiterentwickelt.
Frage 6
Wie einfach ist es für ausländische Landwirte, sich in Uruguay niederzulassen und zu wirtschaften?
Antwort:
Grundsätzlich ist der Einstieg gut möglich. Uruguay verfolgt eine offene Politik gegenüber ausländischen Investoren und stellt keine wesentlichen Hürden für landwirtschaftliche Tätigkeiten auf. Mit entsprechender Beratung lässt sich der gesamte Prozess – vom Erwerb bis zur operativen Umsetzung – effizient gestalten.
Frage 7
Und wie sieht es mit der Aufenthaltsgenehmigung aus?
Antwort:
Das Verfahren ist klar strukturiert und vergleichsweise unkompliziert, insbesondere bei einer Investition oder wirtschaftlichen Tätigkeit im Land. Das erleichtert den Einstieg für Landwirte, die nicht nur investieren, sondern auch vor Ort aktiv sein möchten.
In diesem Zusammenhang ist eine professionelle lokale Begleitung entscheidend. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern wie Alan Fontes von Toribio Achával Uruguay können Investoren den gesamten Prozess strukturiert durchlaufen – von der Flächensuche bis zur Etablierung des Betriebs.
Frage 8
Abschließend: Was würden Sie einem deutschen Landwirt raten, der über eine Investition außerhalb Europas nachdenkt?
Antwort:
Uruguay ist eine sehr solide Option. Das Land bietet Stabilität, reale Produktionspotenziale und die Möglichkeit, langfristig zu arbeiten. Für Betriebe, die sich diversifizieren oder international aufstellen möchten, ist es eine sehr interessante Alternative.